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Foto: Getty Images


"My health, my right" - so lautet das Motto des Weltgesundheitstages 2024. Jedes Jahr am 7. April gedenkt die Weltgesundheitsorganisation WHO ihrem Gründungstag im Jahr 1948. Das diesjährige Thema “Meine Gesundheit, mein Recht” wurde gewählt, um das Recht aller Menschen auf Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung zu betonen und zu fördern. Natürlich gehört dazu auch das Recht der Frauen auf Frauengesundheit.

 

In Gesundheitssystem und Forschung war man viel zu lange auf ein medizinisch-biologisches Verständnis festgelegt, in welchem der männliche Körper als Norm galt. Mit fatalen Folgen. Frauen sterben zum Beispiel häufiger an Herzinfarkten als Männer, weil sie andere Symptome zeigen. Bei der Medikamentenforschung wird der weibliche Zyklus nicht berücksichtigt. Mehr dazu auch im Podcast “Die Alltagsfeministinnen” in der Folge “Männermedizin – Warum Frau-sein (noch) ein Gesundheitsrisiko ist”.






Aber immer mehr Expert*innen widmen sich neuen Ansätzen und Fragestellungen der Frauengesundheit. Der hormonelle Einfluss auf das Leistungsvermögen von Sportlerinnen wird untersucht, um das Training an die Zyklusphasen anzupassen und zu optimieren. Evolutionsbiolog*innen wiederum erforschen, warum von den rund 5.500 Säugetierarten nur rund ein Prozent menstruiert (neben Menschen, Primaten und einigen Fledermausarten zum Beispiel auch die Stachelmaus). In der Forschung rund um degenerative Erkrankungen interessiert man sich für das Menstruationsblut, da es einen Schatz enthält: Stammzellen. Zukünftig könnten Stammzellen eingesetzt werden, um altes oder erkranktes Gewebe zu erneuern (z.B. bei Parkinson oder Diabetes). Was für ein verstecktes Potenzial ausgerechnet in dem Blut schlummert, das wir jahrelang jeden Monat in Tampons oder Tassen bluten, nur damit es im Abfall oder im Klo landen kann.

Doch neben dem Potential und der Macht des Zyklus, kann es auch eine Last sein, zu menstruieren. Zum Beispiel für all die Frauen mit Endometriose. 10 bis 15 % der Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter leiden an dieser krankhaften Wucherung der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle. Sogar im Gehirn können Endometrioseherde auftreten. Und dann wären da ja noch PMS oder gar PMDS. PMDS wurde erst 2022 offiziell als Krankheit in den Diagnosekatalog der WHO aufgenommen. 

PM…was?

Unser Zyklus kann auf die Stimmung schlagen. Besonders in den Tagen vor der Periode. Wir sind gereizt, weinerlich, aggressiv oder impulsiv. Das hat sicher jede schon mal erlebt. Viele Frauen machen in der zweiten Zyklushälfte - also in der Zeit nach dem Eisprung bis zur Periode jeden Monat aufs Neue das prämenstruelle Syndrom (PMS) durch. Zu den Symptomen gehören neben den Stimmungsschwankungen auch Unterleibs- und Kopfschmerzen oder ein Spannungsgefühl in den Brüsten. 

Das bleibt mir bis auf die Kopfschmerzen Gott sei Dank erspart. Dafür leide ich unter Heißhungerattacken (Wo ist der nächste Kuchen????!!!!), unreiner Haut, Schlafstörungen, Müdigkeit bis hin zu völliger Erschöpfung und Gewichtszunahme von bis zu vier 4kg, meist durch Ödembildung (Wassereinlagerungen im Gewebe). 


Das alles könnte ich ertragen, wären da on top nicht noch die psychischen Probleme: Antriebslosigkeit, Reizbarkeit bis hin zu Aggressivität (ich würde am liebsten alles kurz und klein schlagen) und - für mich am allerschlimmsten - depressive Verstimmungen.

Sind diese psychischen Symptome besonders ausgeprägt, spricht man von einer PMDS, einer prämenstruellen dysphorischen Störung. 


Etwa zehn bis fünfzehn Prozent aller gebärfähigen Frauen leiden an einer leichten PMDS. Bei fünf bis sieben Prozent sind die Beschwerden allerdings so stark, dass sie ihren Alltag in der zweiten Zyklushälfte nicht mehr bewältigen können. Beziehungen leiden, manche Frauen können ihrem Job nicht mehr nachgehen. Willkommen in meinem Leben!

Depression auf Knopfdruck

Ich kenne Depressionen seit Jahren, denn ich habe sie, wenn auch unfreiwillig eh schon im Abo gebucht. Seit 2011 leide ich unter rezidivierenden, also chronisch wiederkehrenden depressiven Episoden, die jeweils sechs bis neun Monate andauern - trotz medikamentöser Behandlung und Psychotherapie. Normalerweise schleicht sich so eine Depression bei mir zunächst unbemerkt in meinen Alltag. Auch im November 2022 dachte ich zunächst, dass sich eine neue depressive Episode ankündigt. Aber etwas war anders: Sie kam auf einen Schlag, von jetzt auf gleich. Und genauso schnell, wie sie gekommen war, verschwand sie zwei Wochen später auch wieder. Als hätte jemand den Schalter umgelegt, zurück auf “Normalzustand”. Ich war wieder die Alte. Nochmal Glück gehabt, dachte ich. Aber kurze Zeit später wiederholte sich das Spiel. Ich fuhr für ein Wochenende aufs Land zur Geburtstagsparty einer Freundin. Schon Tage vorher merkte ich, es stimmt etwas nicht. Und so war es auch: Ich sollte das ganze Wochenende im Bett verbringen. Weinend. Ohne Grund. Und ohne auch nur an einem der zahlreichen Geburtstagsgelage teilzunehmen. Die Fahrt nach Hause war eine Erlösung. Allein für mich musste ich ja nicht “funktionieren”. Doch mit Einsetzen der Regelblutung tat ich es auf einmal wieder! Ich schob mir meine Menstruationstasse rein und kaum zwei Stunden später waren alle Hirnnebel und Gewitterwolken aus meinem Kopf verschwunden, als wäre nichts gewesen. Als hätte ich zuvor nicht komplette Tage und Nächte meines Lebens durch Nicht-Teilnahme verpasst. Ich war wieder back on track. Zwei Wochen lang. Dann ging es wieder von vorne los. So verkürzt in der Retrospektive dargestellt, liegt es ja fast auf der Hand, dass der Zyklus bei mir einen entscheidenden Einfluss hatte und hat. Aber damals bin ich nicht so schnell drauf gekommen. Erst ein Podcast hat mir hier die Augen geöffnet: “The Sex Gap - Der Podcast zu geschlechtergerechter Medizin” von der Apothekenumschau.



Die Folge, die ich hörte, stammt aus dem Januar 2023 und heißt “PMDS: Wenn der Zyklus die Persönlichkeit verändert”. Ein etwas irreführender Titel, da PMDS zwar die Stimmung verändert, nicht aber die Persönlichkeit. Aber ab diesem Moment wusste ich, dass ich nicht allein damit bin. In der Podcastfolge berichtet unter anderem die 36-jährige Dani aus Berlin, wie bei ihr immer wieder von Ärzt*innen abgewunken hätten, mit den Worten “Ja, das ist halt PMS, das haben die meisten Frauen!” Nur, dass PMDS eben einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität hat. 400 bis 500 Menstruationszyklen durchläuft jede Frau im Schnitt bis zum Einsetzen der Menopause. Wenn in jedem Zyklus zwei Wochen lang PMDS reinkickt, sind das 800 bis 1000 Wochen im Leben einer Frau! Betroffene können also rein rechnerisch etwa 15 bis 19 Jahre lang quasi „außer Gefecht gesetzt“ sein. Im Extremfall kann PMDS sogar tödlich enden - wenn depressive oder suizidale Gedanken überhandnehmen. Aber: PMDS ist behandelbar! Auch, wenn man noch nicht genau erklären kann, wie es überhaupt zu dieser Störung kommt.

Alles wegen der Hormone?!?


Die Ursachen des prämenstruellen Syndroms sind bisher noch nicht vollständig geklärt. Fest steht, Frauen haben einen Zyklus, der sich grob in vier Phasen einteilen lässt: Menstruation, Follikelphase, Eisprung und Lutealphase. In diesen Phasen verändert sich die Hormon- konzentration der Frau (wenn man nicht hormonell verhütet). Grob gesagt dominieren in der ersten Zyklushälfte vor dem Eisprung vor allem die Östrogene. Nach dem Eisprung ist es Progesteron. Diese Schwankungen sind bei einem natürlichen Zyklus ganz normal. Grafik: kulmine.de

  1. Menstruationsphase: Der Progesteronspiegel ist niedrig, die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen, die Blutung beginnt und mit ihr der Zyklus.

  2. Follikelphase: Unter dem Einfluss des follikelstimulierenden Hormons, kurz FSH, entwickeln sich in den Follikeln die Eibläschen, welche wiederum Östrogen produzieren. Östrogen sorgt für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut.

  3. Ovulationsphase: Das luteinisierende Hormon, kurz LH, löst den Eisprung aus.

  4. Lutealphase: Die Spiegel von LH und FSH sinken. Der gerissene Follikel schließt sich wieder und bildet den Gelbkörper, der Progesteron ausscheidet, was dazu beiträgt, die Gebärmutterschleimhaut zu verdicken. Wurde die Eizelle nicht befruchtet, stirbt sie ab, der Gelbkörper löst sich auf und der Hormonspiegel sinkt wieder. Und dann geht alles von vorne los.

Man geht davon aus, dass dieser ausgeklügelte Hormonhaushalt bei Frauen mit PMS oder PMDS beeinträchtigt ist. Fest steht: Die Hormone wirken nicht nur in den Eierstöcken oder der Gebärmutter, sondern im gesamten Körper und können somit auch unsere Stimmung beeinflussen. 

Die PMDS-Diagnostik ist gar nicht mal so einfach


PMDS ist keine psychische Störung und muss in der Diagnostik von psychischen Erkrankungen abgegrenzt werden. Also wie in meinem Fall von der “normalen” Depression. Im ICD 11, dem Diagnosemanual der WHO wird die prämenstruelle dysphorische Störung unter dem Diagnose-Schlüssel GA34.41 geführt.


Dort heißt es: “Die Symptome sind schwerwiegend genug, um signifikanten Stress oder signifikante Beeinträchtigungen in persönlichen, familiären, sozialen, schulischen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen zu verursachen und stellen nicht die Exazerbation (>Verschlimmerung; Anm. der Autorin) einer psychischen Störung dar.” Foto: HNFOTO; stock.adobe.com


Nein, verschlimmert hat sich bei mir nichts, da ich beim erstmaligen Auftreten der PMDS-Symptome ausnahmsweise gerade mal Ruhe vor meiner Depression hatte. In der ersten Zyklushälfte war alles tutti, wie man im Volksmund so schön sagt. Erst rund um den Eisprung ging es los. Jeden Monat aufs Neue. Ich begab mich zur Diagnostik ins Zentrum für Seelische Frauengesundheit am Vivantes Klinikum Spandau. “Seelische Erkrankungen bei Frauen bedürfen besonderer Kenntnis der komplizierten Zusammenhänge zwischen Körper und Seele” heißt es auf der Homepage. “Ja Mann!”, dachte ich sofort. Bzw. “Ja Frau! Genau!”

Meine Ärztin dort, Spyridoula Zargani, ließ zunächst mein Blut untersuchen. Funfact, der eigentlich ein Runfact, also ein Fakt zum Wegrennen ist: Mein Hormonspiegel war unauffällig. Und trotzdem habe ich PMDS. Das zeigte mein Symptomtagebuch, das ich über einen Zeitraum von drei Monaten führen musste. Denn das Entscheidende bei PMDS ist, dass man sich in dieser bestimmten Phase vollkommen anders verhält, als üblich. Man könnte den Eindruck gewinnen, man sei wie ausgetauscht, ein anderer Mensch - bis zum Einsetzen der Regelblutung, dann ist wieder alles wie vorher. Anhand meiner Kreuze im Symptomkalender ergab sich genau solch ein stringentes Muster: In der zweiten Zyklushälfte war ich antriebslos, aggressiv, depressiv, hatte Schlafstörungen und Appetitveränderungen. In der ersten Zyklushälfte verschwanden all diese Symptome wieder und ich hatte nichts mehr zum Ankreuzen. Doch ab dem nächsten Eisprung glich meine Symptom-Tabelle wieder einer Kreuzstich-Stickanleitung.

Bei Frauen, bei denen wie bei mir der Hormonspiegel eher unauffällig ist, die aber trotzdem unter PMDS leiden, wird davon ausgegangen, dass es etwas mit den entsprechenden Rezeptoren im Gehirn zu tun hat. Diese seien möglicherweise besonders sensibel für die natürlichen Hormonschwankungen während des Zyklus. 

Bei mir half schließlich die Behandlung mit einem Antidepressivum, das ich zunächst nur in der zweiten Zyklushälfte einnahm - schließlich aber wegen meiner Depression durchgängig. Ich hatte schon zuvor gute Erfahrungen mit Antidepressiva gemacht. Jedoch wirken sie leider nicht bei allen Menschen. Bei mir sind jedoch zumindest die Symptome der PMDS seither nicht mehr so stark. Ich bin zwischen Eisprung und Regelblutung oft noch abgeschlagen, leide unter Fressattacken, Kopfschmerzen und Ödembildung - aber das alles beeinträchtigt meinen Alltag nicht so sehr, wie die depressiven Symptome der PMDS. Und ich hoffe, dass mich auch meine rezidivierende Depression jetzt mal längere Zeit in Ruhe lässt…

Mehr zum Thema


Hier gibt es beispielhaft ein Symptom-Tagebuch zum Download


Anlaufstellen bei PMS oder PMDS

Hilfetelefon


Bei Depressionen oder Suizidgedanken kann man kostenlos, anonym und rund um die Uhr die Telefonseelsorge kontaktieren: Per Telefon 0800 / 111 0 111 , 0800 / 111 0 222 oder 116 123; per Mail und Chat unter online.telefonseelsorge.de


Auch das vielfältige Hilfesystem des Sozialpsychiatrischen Dienstes ist in psychischen Krisen erreichbar!




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  • Autorenbildsonja koppitz

Der Kampf gegen das Limit von Kopf und Körper

 

Den vielleicht schwierigste Gegner im Sport ist der Kopf. In Deutschland sind jedes Jahr etwa 27,8 Prozent der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen. Das entspricht rund 17,8 Millionen Menschen. Denn: Jede*r mit einer Psyche, kann psychisch krank werden. Also alle von uns.


Darunter sind natürlich auch Sportler*innen. Nils Petersen (zuletzt FC Freiburg) hat seine Karriere nach der letzten Saison beendet und berichtet in seinem Buch “Bankgeheimnis - Selbstgespräche eines Fußballprofis” von seinen psychischen Problemen. "Wir Fußballer werden ja immer damit in Zusammenhang gebracht, dass es uns immer gut geht, sagte Petersen zu SWR Sport. "Weiße Schuhe, gegelte Haare. Aber da ist eben nicht alles immer rosarot."


(Credit: ARD Doku) Diese Erfahrung hat auch Profi-Fußballerin und Ex-Nationalspielerin Carina Schlüter gemacht, wie sie in der ARD-Doku “Was uns wirklich bewegt: Mentale Gesundheit im Sport” berichtet. “Die Depression ist die schlimmste Verletzung, die ich jemals hatte”. Doch Carina Schlüter hat es geschafft! Aus der Klinik in die Champions-League.

Den Gegner im Kopf kenne auch ich nur zu gut. Ich habe eine wiederkehrende Depression. Niedergedrückte Stimmung oder Gefühlsleere und Antriebslosigkeit sind nur zwei der zahlreichen Symptome. Was mich als begeisterte Hobbyathletin zusätzlich fertig macht, ist das Symptom der psychomotorischen Hemmung. Beim Ausdauertraining macht sich eine lähmende Verlangsamung meiner Bewegungsabläufe bemerkbar, als würde ich Gewichte hinter mir herziehen. Ich muss jeden Schritt und jeden Atemzug denken und aus mir herauspressen. Als würden die Signale aus dem Gehirn nicht in den Muskeln ankommen, meine Beine fühlen sich dann völlig leer an.


Diese Trainingserlebnisse sind traumatisch. Sie gleichen einem Kontrollverlust über den eigenen Körper. Anschließend verspüre ich tagelang diffuse Schmerzen, als wäre mein Körper ein Korsett aus Muskelkater. Trotzdem versuche ich meine sportlichen Aktivitäten während depressiver Episoden so gut es geht aufrechtzuerhalten, da Sport eine meiner wichtigsten Bewältigungs-strategien ist. Allerdings ist an manchen Tagen nicht mal mehr ein langsamer Spaziergang ohne völlige Erschöpfung möglich. Was passiert dabei im Gehirn? Und wie schaffen das Menschen, deren Job der Sport ist?!? Darüber habe ich im Blog für FC Viktoria Berlin geschrieben. +++Hier geht es zum Artikel.+++

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  • Autorenbildsonja koppitz

Aktualisiert: 24. Okt. 2023

Warum Geschlechterklischees krank machen können

 

Wir alle empfinden Angst. Ob bei einem Blick aus weiter Höhe oder in der finstersten Dunkelheit. Angst gehört zum Leben dazu. Sie ist ein wichtiges Signal, das uns vor Gefahren warnt und schützt - sozusagen ein evolutionärer Mechanismus, der unser Überleben sichert. In brenzligen Situationen werden durch Angst Stressreaktionen im Körper ausgelöst. Die Hormone Kortisol und Adrenalin werden ausgestoßen, Puls und Blutdruck steigen, eine Portion Extra-Sauerstoff im Gehirn erhöht die Konzentrationsfähigkeit. Angst kann sogar als Ressource genutzt werden, weil sie unsere Aufmerksamkeit auf wichtige Themen lenkt. Negative Gefühle zeigen Probleme oder Bedrohungen an. Das kann uns dazu veranlassen genauer zu analysieren und bessere Entscheidungen zu treffen. Angst ist also ein effizientes Werkzeug für Wachstum, wenn man es zum Beispiel schafft, die eigene Schüchternheit zu überwinden und somit das Selbstvertrauen zu stärken. Bis hierhin ist alles gut.

Doch das natürliche Empfinden kann im Extremfall auch zu einer unsichtbaren Last werden und krank machen. Wenn die Schutzfunktion zur Lähmung wird und das alltägliche Leben erschwert, ist von einer ernstzunehmenden Angststörung die Rede. Manche Patient*innen sehen sich nicht mehr imstande, das Angstgefühl zu bewältigen, es wird als unkontrollierbar empfunden - so dass sie schon vor der Angst als solches Angst bekommen. „Angststörungen kommen meist dann, wenn der eigene Körper ein- oder angespannt ist“, so Dr. Jens Förster – Sozialpsychologe und systemischer Therapeut. Angststörungen gehören noch vor den Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen überhaupt. Allein in Europa leiden rund 60 Millionen Menschen daran, ungefähr zwölf Millionen sind es in Deutschland, Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Jedoch ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt. Insbesondere bei Männern werden Angststörungen noch immer tabuisiert.


Zusammen mit Autor und Journalist Olivier David sowie Musiker und Schriftsteller Nicholas Müller, ehemals Sänger der Band Jupiter Jones, durfte ich Teil einer Aufklärungskampagne der Krankenkasse IKK Classic zum Thema Angst sein. Im Video geht es um die Fragen, was das Geschlecht mit der Angst zu tun hat, welche Angsstörungen es gibt und was man dagegen tun kann.



 
+++HILFSANGEBOTE+++

Erste Anlaufstelle sind die/der Hausärztin/Hausarzt oder der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117. Weitere Informationen und Hilfsangebote findest du beim Verein Deutschen Angst-Hilfe eV. Mehr Wissenswertes zum Thema gibt es auch auf der IKK classic-Webseite #IKKclassic #Angststörungen #PsychischeGesundheit #BundesweitenWocheDerSeelischenGesundheit #Angst #Männlichkeitsbilder #Entstigmatisierung #ToxischeMännlichkeit #Psychologie

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